Der Ständerat hat es mit seinem heutigen Entscheid gegen mehr und einheitlicheres Engagement im Stipendienwesen verpasst, eine klare Botschaft an die Kantone zu senden, aber auch den Bund selbst in Sachen Ausbildungsbeiträge vermehrt in der Pflicht zu nehmen. Die kleine Kammer verschanzt sich dabei hinter dem Stipendien-Konkordat der EDK: Diesem mangelt es jedoch am nötigen Geist einer Bildungs- und Stipendienoffensive zugunsten verbesserter Chancengleichheit für den beruflichen und akademischen Nachwuchs in der Schweiz. Stattdessen beschränken sich die Kantone in ihrem Konkordat auf eine minimalistische Harmonisierung auf tiefem Niveau.
Der Kaufmännische Verband Schweiz sieht sich darum in seiner Entscheidung bestärkt, die eidg. Stipendien-Initiative von Studierenden- und Jugendverbänden zu unterstützen. Die offizielle Politik von Bund und Kantonen verweigert Lösungen für offenkundige Probleme: Das Stipendienvolumen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten um nahezu einen Viertel abgenommen, dies bei ständig steigenden Studierendenzahlen. Die Stipendienbezügerquote in nachobligatorischen Ausbildungen zeigt sinkende Tendenz.
Dabei weiss man: Für den Bildungserfolg ist die soziale Herkunft mit Abstand der wichtigste Faktor. Wo das Geld fehlt, fehlt auch die Chancengleichheit in erheblichem Mass. Der KV Schweiz ist überzeugt, dass durch diese verzerrten Bildungschancen wirtschaftlich wie gesellschaftlich erhebliches Potential verloren geht. Solche Versäumnisse kann sich die Schweiz schlicht nicht länger leisten.






