28. Mai 2011: Medienmitteilung Resolution Angestelltenkongress KV Schweiz

Wenn Frauen Frauen fördern, profitieren alle

2011 verdienen Frauen rund 20 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Funktionen. Ein beträchtlicher Teil dieses Lohnunterschiedes lässt sich nur mit geschlechter-spezifischer Lohndiskriminierung erklären. Jährliche Umfragen des KV Schweiz bei kaufmännischen Lehrabgänger/innen belegen, dass junge Kauffrauen nach Lehrabschluss durchschnittlich deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Konkurrenten. Diese fokussieren berufliche Karriereschritte stärker und werden darin nicht zuletzt mit höheren Einstiegslöhnen unterstützt.

Ziele des KV Schweiz
 

Wo die Chancen bereits am Start derart ungleich sind, hat sich nachhaltige Gleichstellungsförderung zuerst um die Angleichung eben dieser Startchancen zu bemühen. Entsprechend fokussiert der KV Schweiz im Gleichstellungsjahr 2011 auf die Bekämpfung der eklatanten Benachteiligungen der Frauen, in erster Linie in Sachen frauendiskriminierender Lohndifferenzen.

 

Vom Gleichstellungsfokus 2011 profitieren

  • Arbeitnehmerinnen, weil die Diskriminierung beim Lohn und bei den Aufstiegschancen gezielt angegangen wird,
  • Arbeitgeber, weil sie brachliegendes Potential von Frauen ausschöpfen können,
  • die Volkswirtschaft insgesamt, indem dank nicht diskriminierenden Löhnen und attraktiven Anstellungsbedingungen mehr Frauen arbeitstätig werden beziehungsweise bereits arbeitstätige weibliche Fachkräfte dem Arbeits-/Fachkräftemarkt erhalten bleiben und so zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Leistung beitragen.

Der KV Schweiz arbeitet eine Charta aus, mit deren Unterzeichnung sich die Arbeitgeber verpflichten, innert fünf Jahren frauendiskriminierende Lohnunterschiede zu eliminieren.

 

Die Forderungen des KV Schweiz

  • Es sind Anreizsysteme zu schaffen, um den Anteil der Frauen in Führungspositionen markant anzuheben. Frauen sind sich der Problematik von direkter und indirekter Diskriminierung von Arbeitnehmerinnen bewusster und können entsprechend gezielter innerbetriebliche Massnahmen treffen.
  • Mit Sensibilisierungskampagnen ist dem in der Öffentlichkeit gemäss Fakten offenbar in Vergessenheit geratenen Thema der Gleichstellung erneut Gewicht zu verleihen. Die politischen Kräfte haben die Rahmenbedingungen für eine gleichstellungsfreundliche Wirtschaftspolitik mit konkreten Massnahmen zu stärken.
  • Sowohl Unternehmen als auch Politik haben alles daran zu setzen, dass die diskriminierende Lohndifferenz innert Kürze wesentlich reduziert wird. Insbesondere ist Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern der gleiche Lohn zu bezahlen. 
 

Kontakt

Barbara Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik
Mobile 079 775 66 10