Frauen verdienen in der Schweiz 19,3 Prozent weniger als Männer. Und die Differenz wird grösser. Rund 60 Prozent des Lohnunterschiedes lassen sich durch objektive Faktoren wie Ausbildung oder Berufserfahrung erklären, aber die restlichen 40 Prozent müssen als Diskriminierung gewertet werden.
Deutlich tritt dies bereits bei den Einstiegslöhnen zutage, wie aus Umfragen hervor geht, die der Kaufmännische Verband (KV) Schweiz seit mehreren Jahren unter jungen Kaufleuten durchführt: Berufseinsteiger erhalten mehr Lohn als Berufseinsteigerinnen. Gerade hier aber sind alle erläuternden und entschuldigenden Argumente für geschlechterspezifische Lohnunterschiede fehl am Platz. Frauen und Männer nach der Lehre haben die gleiche Ausbildung und dieselbe Erfahrung. Die festgestellten Lohnunterschiede sind demnach hundertprozentig diskriminierend.
Der KV Schweiz weist zudem daraufhin, dass Einstiegslöhne in den meisten Fällen das Lohnniveau darstellen, an dem spätere Anstellungen gemessen werden. Das heisst, der Lohnunterschied bleibt über die Jahre bestehen und wird sogar noch zementiert. Wer also auf einem tiefen Lohnniveau beginnt, wird in der gesamten Berufskarriere benachteiligt.
Im Vorfeld des Frauenstreiktages plädiert der KV Schweiz deshalb nicht nur für gleichen Lohn bei gleichem Job. Er möchte den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern ganz besonders nahe legen, Berufseinsteigerinnen nicht grundlos zu diskriminieren. Sie sollen sich bewusst sein, dass Frauen in Lohnverhandlungen weniger forsch auftreten und oft zu bescheiden sind in ihren Forderungen. Zudem darf es sich nicht auf die Lohnbemessung auswirken, wenn junge Kauffrauen weniger konkrete Laufbahnpläne äussern als ihre Kollegen. Im Gegenteil: Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen den Blick der Frauen für eine Karriere schärfen.







