smart selection: Mehr Chancengleichheit dank anonymer Lehrstellenbewerbung

Anonymisierte Bewerbungsverfahren für Lehrstellen erhöhen die Chancengleichheit. Sind Bewerberdaten anonym, hat die Herkunft keinen Einfluss mehr auf die Erfolgschancen. Dies zeigt die Auswertung des Zürcher Pilotprojekts «smart selection».

Die Chancengleichheit auf dem Lehrstellenmarkt steht seit Jahren unter Druck: Ausländische Jugendliche sehen sich mit besonders grossen Schwierigkeiten konfrontiert. Wer den falschen Namen trägt, hat oft keine Chance auf eine Lehrstelle. Diskriminierungen aufgrund von Name oder Herkunft stehen einem leistungsorientierten Bildungs- und Wirtschaftssystem indes schlecht an.

 

Mit dem Pilotprojekt «smart selection» geht der Kaufmännische Verband Schweiz die Chancendefizite ausländischer Jugendlicher aktiv an. Zentrales Instrument von «smart selection» war die Online-Plattform  www.we-are-ready.ch mit anonymen Profilen von Lehrstellensuchenden. Lehrbetriebe konnten selbst aktiv auf die Suche nach passenden Bewerber/innen gehen und diese per Mausklick kontaktieren. Aus dem Kanton Zürich waren insgesamt rund 2'300 Jugendliche und 200 Lehrbetriebe registriert.

 

 

Online-Bewerbungsplattform: Nutzen für Jugendliche und Lehrbetriebe

Die Auswertung der Kontakte von Lehrbetrieben mit Jugendlichen zeigt deutlich: Sind Bewerberdaten anonym, hat die Herkunft keinen Einfluss mehr auf die Erfolgschancen. Im Zentrum stehen Kompetenzen und Motivation - und nicht Name, Herkunft oder auch Geschlecht. Anonymisierte Bewerbungsverfahren sind geeignet, allen Jugendlichen faire Chancen auf Zutritt zu Lehrbetrieben zu bieten - ihren Fähigkeiten entsprechend.

 

Überdies fand die Bewerbungsplattform wegen ihrer neuen Möglichkeiten positive Aufnahme bei den Lehrbetrieben. Das Bewerbungsverfahren konnte rascher und objektiver abgewickelt werden. Viele Betriebe werden die Plattform daher auch in Zukunft verwenden.

 

 

Eine soziale Zeitbombe engagiert anpacken

Der KV Schweiz lädt Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt als Verbundpartner in der Berufsbildung ein, diese Erkenntnis aufzugreifen und zur Stärkung von Berufsbildung und Chancengleichheit einzusetzen. Von den Kantonen fordert er, dass anonymisierte Bewerbungsprofile in bestehende Online-Lehrstellennachweise integriert werden. Davon profitieren Lehrbetriebe und Jugendliche gleichermassen.

 

Die heutige Chancenungleichheit zwischen einheimischen und ausländischen Jugendlichen beinhaltet Zündstoff: Hier tickt die soziale Zeitbombe Jugendarbeitslosigkeit besonders laut. Wer wirklich etwas für Integration und gegen Jugendgewalt unternehmen will, sorgt nicht nur für genügend Lehrstellen, sondern auch für faire Chancen auf dem Lehrstellenmarkt für alle jungen Frauen und Männer - unabhängig davon, wie sie heissen und woher sie stammen.

 

 

Vollständiges Dossier der Medienorientierung vom 29. September 2008

 

 

Vollständiges Dossier der Medienorientierung vom 8. Oktober 2007