Von Andrea Mašek
Im Internet geistern viele abschreckende Beispiele von Bewerbungsvideos herum. Viele wirken amateurhaft und hinterlassen dann einen negativen Eindruck bei den Personalverantwortlichen. Für alle, die nicht zum Profi gehen wollen (Kostenpunkt 300 bis 1000 Franken), hier ein paar Tipps:
- Dauer maximal 2 Minuten
- Üben, was man sagen will, aber im Video nicht ablesen
- Keine Äh, kurze einfache Sätze
- In der ersten Hälfte klar machen, wieso man der/die Beste ist für den Job
- Allgemein halten, damit man es mehreren potentiellen Arbeitgebern schicken kann
- Sich stehend präsentieren, Beine leicht gespreizt, Schultern und Rücken gerade
- Hände locker ineinander gelegt, gemässigt gestikulieren ist erlaubt
- Kleiden wie zum Vorstellungsgespräch
- Puder, auch für Männer
- Auf optimale Beleuchtung achten, Schatten vermeiden
- Vor neutralem, dezentem Hintergrund, ohne Möbel oder Gemälde
- Immer in die Kamera schauen und lächeln
- Kein Kameraschwenk oder Heranzoomen
Bewerbungsvideos eignen sich für Personen, die sich für kreative Stellen interessieren, in der Medien- oder Werbebranche, im PR-Bereich und in der Filmwirtschaft. Auch für Verkaufspersönlichkeiten sind sie von Vorteil - oder für Bewerber, die von schlechten Noten, unvorteilhafter Studienwahl etc. ablenken wollen. Nicht sinnvoll sind Bewerbungsvideos in der Finanz- und Versicherungsbranche sowie im Handel.
Mit Erfolg
Die neu aufgelegte Broschüre «So bewerbe ich mich erfolgreich» des KV Schweiz befasst sich ebenfalls kurz mit dem Bewerbungsvideo. Dem Umgang mit elektronischen Medien wie E-Mail und Webplattformen, bei denen noch immer grosse Unsicherheiten bestehen, wird darin nun mehr Platz eingeräumt.
Insgesamt dient die Info-Schrift als Leitfaden für alle Phasen der beruflichen Neuorientierung. Ein erfolgreicher Stellenwechsel beginnt nämlich nicht mit dem Lesen von Anzeigen, sondern viel früher: Mit der Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen, nach den erworbenen Kompetenzen und den nötigen Arbeitsbedingungen. Neben Anregungen zur persönlichen Standortbestimmung enthält die Publikation viele praktische Tipps etwa zur Gestaltung des Bewerbungsschreibens oder zum Vorstellungsgespräch.





