Die Fachhochschulen richten sich vor allem an Berufsleute, welche die berufliche Grundbildung mit der Berufsmaturität abgeschlossen haben und eine hochwertige Spezialistenfunktion oder eine höhere Kaderfunktion anstreben. Der klassische Bildungsweg nach einer kaufmännischen Grundbildung, erweitert durch die kaufmännische Berufsmaturität, ist ein Studium an einer Fachhochschule im Bereich Betriebsökonomie.
Das Studium, mit Unterteilung in verschiedene Studienrichtungen, schliesst mit dem eidgenössisch anerkannten Titel «Bachelor of Science FH in Betriebsökonomie» bzw. «Bachelor of Science FH in Business Administration» ab. Die Studien der Fachhochschulen können in Vollzeit während 3 Jahren oder in Teilzeit in der Regel während 4 Jahren absolviert werden.
Die Aufnahme an eine Fachhochschule ist in besonderen Fällen auch «sur dossier» oder mit besonderen Regelungen mit einem Abschluss einer Berufsprüfung oder einer Höheren Fachschule möglich.
An den Fachhochschulen können nach dem Bachelor-Abschluss Master-Studiengänge, beispielsweise in Banking and Finance, absolviert werden. Diese dauern in der Regel weitere 3 oder 4 Semester bei einem Vollzeit-Studium; bei einem Teilzeit-Studium entsprechend länger. Ein Master-Studium wird mit dem eidgenössisch anerkannten Titel «Master of Arts MA» oder «Master of Science MSc» abgeschlossen.
Quelle: KV – was nun? Perspektiven für Kaufleute, Verlag SDBB,
8. überarbeitete Auflage unter Mitwirkung des KV Schweiz, 2011
Entwicklung: Die Fachhochschulen wurden Mitte der 90er-Jahre als neuer Hochschultypus gegründet. Sie fanden in kurzer Zeit einen festen Platz im Schweizer Bildungssystem. Die Fachhochschulen werteten den berufsbildenden Weg auf, indem diese qualifizierten Berufsleuten ein Weiterstudium auf Hochschulniveau ermöglichen. Die Fachhochschulen sind neben den universitären Hochschulen zu einem wichtigen Pfeiler des Schweizer Hochschulsystems geworden. Ihre Angebote stossen auf grosse Nachfrage. 2010 war bereits mehr als ein Drittel der Studierenden an Fachhochschulen eingeschrieben (Universitäten: 127'000, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen: 70'000).






