Charakteristisch für die Schweizer Berufsbildung ist das "Duale System", die Verknüpfung von Schule und Praxis. Dadurch wird der Transfer des Gelernten in den beruflichen Alltag sichergestellt, die Absolventen sind praxis- und handlungsorientiert. Sie sind als hoch qualifizierte Fachleute auf dem Arbeitsmarkt gefragt und eine entscheidende Ressource für den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Sekundarstufe II: Lehre oder Schule
Nach der obligatorischen Schulzeit auf der Sekundarstufe I stehen den Schülerinnen und Schülern drei Wege zur weiteren Ausbildung offen. Rund zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz beginnen nach der Sekundarstufe I mit einer dreijährigen Lehre. Für rund 300 Lehrberufe findet eine eidgenössisch reglementierte Grundbildung im Lehrbetrieb, in einer Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen statt.
Eine Alternative zur Lehre ist die dreijährige Fachmittelschule, deren Abschluss zusammen mit einem Praktikum einer Berufslehre entspricht. Der Abschluss an einer gymnasialen Maturitätsschule ermöglicht das Studium an den Universitäten und den beiden ETHs.
Mit dem erfolgreichen Besuch einer Berufsmaturitätsschule öffnet sich der Zugang zu einer Fachhochschule. Die Berufsmaturität ist damit eine berufs- und praxisorientierte Alternative zur gymnasialen Maturität.
Tertiärstufe: Hochwertige Qualifikationen für die Praxis
Nach der Schule oder Lehre gibt es viele Angebote, sich durch eine entsprechende Berufsbildung höher zu qualifizieren. Die kaufmännischen Branchen ermöglichen - auch Quereinsteigern - viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Kaufleute und Angestellte im Detailhandel können sich eigenständig oder in Vorbereitungskursen auf die Berufsprüfung für den eidgenössischen Fachausweis vorbereiten. Wer anschliessend noch die höhere Fachprüfung besteht, weist sich mit dem eidgenössischen Diplom als Experte im Fachgebiet aus. Für einige dieser Weiterbildungen werden als Zulassung Zertifikatsprüfungen verlangt.
Eine andere Qualifizierungsmöglichkeit besteht an den Höheren Fachschulen, die ebenfalls auf den beruflichen Grundausbildungen aufbauen. Sie bereiten durch Spezialisierung und Vertiefung eines Fachgebiets auf die Tätigkeit im mittleren Kaderbereich vor.
Fachhochschulen leisten eine praxisnahe Ausbildung auf Hochschulniveau. Im Anschluss an eine kaufmännische Grundbildung mit Berufsmaturität bieten sich Fachhochschulen im Bereich Wirtschaft an.
Weiterbildungsstufe: Breite Vielfalt für alle Bedürfnisse
Die Weiterbildungen in Kursen, Seminaren und Lehrgängen vertiefen und erweitern für den Beruf wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie werden in der Regel mit dem Zertifikat einer Schule oder eines Verbandes abgeschlossen. Der Einstieg in ein Fachgebiet oder ein erster Vertiefungsschritt läuft heute oftmals über Sachbearbeitungskurse und Zertifikatslehrgänge.
Nach einem Berufs- oder Studienabschluss auf Tertiärstufe (in der Höheren Berufsbildung oder an einer Hochschule) steht für den weiteren Bildungsweg ein immer breiteres Angebot an Nachdiplomstudien zur Verfügung.





