2011 bietet Gelegenheit, auf wichtige Etappen des langen Kampfes um die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft und in der Wirtschaftswelt zurückzublicken. Immer wieder sind Erfolge zu verzeichnen, das Ziel, Frauen und Männer gleichzustellen, ist aber noch längst nicht in allen Lebensbereichen erreicht.
Am 7. Februar 1971, also vor 40 Jahren, wurde durch eine eidgenössische Abstimmung das Frauenstimmrecht (Stimm- und Wahlrecht) auf nationaler Ebene eingeführt. Zehn Jahre später, am 14. Juni 1981, nahmen Volk und Stände den neuen Gleichstellungsartikel in der Verfassung an. Beim Frauenstreik vom 14. Juni 1991 legten gegen eine halbe Million Schweizer Frauen ihre Arbeit während eines Tages nieder, weil sie nicht länger auf die effektive Gleichstellung mit den Männern warten wollten. Vor fünfzehn Jahren, am 1. Juli 1996, trat dann endlich das Gleichstellungsgesetz in Kraft.
An der Verankerung der ersten Gleichstellungsschritte und an der weiteren Entwicklung waren auch Vertreterinnen des KV Schweiz namhaft beteiligt – wobei sie nicht selten zuerst verbandsintern grosse Ueberzeugungsarbeit zu leisten hatten.
Als einer der ersten Berufsverbände schuf der KV Schweiz 1965 die Frauenabteilung, die später das Ressort Frauen wurde. 1975 gewann das Ressort Frauen an Gewicht. Die damalige Ressortleiterin, Alice Moneda, arbeitete aktiv beim Initiativkomitee „Gleiche Rechte für Mann und Frau“ mit. Bis zu Ihrer Pensionierung 1987 baute Alice Moneda das Ressort Frauen zielstrebig weiter aus. Unter ihren Nachfolgerinnen entwickelte sich das Ressort dann zu einer eigenen Abteilung. Die Leiterinnen dieser Funktion hatten und haben Einsitz in wichtige Gremien wie zum Beispiel der Eidg. Kommission für Frauenfragen.
Trotz dieses Teilerfolges war es aber für Frauen ausserhalb des „Frauenressorts“ auch im KV Schweiz lange Zeit nicht einfach Karriere zu machen. Ein Durchbruch auf der Stufe der Gesamtführung erfolgte 1985 mit der Wahl von Monika Weber. Heute wird die Geschäftsleitung zwar von einem Mann, Peter Kyburz, geleitet, die Frauen bilden jedoch die Mehrheit der GL-Mitglieder.